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Das Tal des Schmetterlings

I

Auch in dieser Nacht
hole ich mir einen Stern vom Zweig
im Garten dieses wolkenlosen Himmels
herunter.

Jetzt nehme ich meinen Stern in der Hütte
auf meinen Schoß.
Von seinem Gezwitscher wacht mein Vater auf.
Er streckt seine Hand aus,
nimmt ihn und stell ihn zwischen die Kindheit
und das Gedicht:
Auf einer Seite küsse ich seine silberne Wange,
auf der anderen schreibt mein Vater
in seinem Schein ein Gedicht.

II

Hast du den Schnee
zu Gast,
laß ihn nicht warm werden,
sonst wird dein Haus überschwemmt.

(ich Hörte dies von einem Feuer Piramerds.)

>Vater<: Sherko Bekas´Vater war ein bekannter Dichter.>Piramerd<:
Kurdischer Dichter und Philosoph, wörtlich >der Alte<

III

>Wie kann er schlafen,
wenn er bereits so viele Träume getötet hat?<

>Er schläft, aber er träumt nie!<

(Das war das geheime Gespräch zweier Vögel aus zwei Städten Kurdistans.)

IV

Wenn der Sturm
dir den Weg verstellt,
werde zu einem Berg

Wenn die Brise
erfreut auf dich zukommt,
werde zu einem Garten!

(Ich las dies im Tagebuch einer Eiche.)

V

Ist das eine Elster, die fliegt,
oder der schwarz-weiße Schrei
meiner Mutter?!

(Das waren die Worte eines Kindes aus Halabja,
eine halbe Minute, bevor es durch das Giftgas
blind und taub wurde.)

VI

Ich gebe der Zufriedenheit
nie Einlaß
in die Wolken meiner Gedichte,
so daß es,
auch wenn ich tausendmal regne,
mir wie einmal erscheint.

(Dieses Sprichwort sagte mir eine Feder, die bis zum
Tode nie des Regens der Phantasie beraubt war.

VII

Jedesmal, ohne daß sie
an die Tür meiner Wörter klopft,
kommt die Wolke
in mein Zimmer,
ohne daß wir verabred waren,
und bringt mir
Lieder
mit feuchten Haaren.

Ohne zu fragen,
jeden Tag
erreichen eine Welle oder zwei oder drei,
voller Strahlen und Blumen den Schatten meines Berges.
Sie gehen nicht fort,
bis sie mich
zu einer Oase von Gedichten
oder mein Zimmer zu einem Teich von Sternen machen.

Eine Eiche kommt zu mir
und verbindet ihre Wurzeln
mit den Adern meiner Füße

Ein großer Fels kommt
und schenkt meinem Rücken
seine Stärke.
Ein Gipfel kommt
und setzt auf meine Höhe
die seine obendrauf.

Die Tränen der Fremden im Herbst
sind meine Freunde.
Auch sie kommen zu mir,
aufsteigend auf der leichten Abendbrise.

VIII

Es ist kein Berg mehr,
der sich mit einer eingzigen Farbe
zufrieden gibt
oder mit einem einzigen Schneesturm beruhigt wird.

Es ist kein Wasser mehr,
das sich mit einem Wirbelsturm
zufrieden gibt
oder mit einem Sandsturm beruhigt wird.

Es gibt kein Baum mehr,
der sich mit einer Jahreszeit
zufrieden gibt
oder mit einem Regenschauer beruhigt wird.

Ich liebe das Gedicht,
das sich nicht mit einem Weg, einer Grenze
oder einem Ort zufrieden gibt
und dessen Schmerzen
nie gelindert werden.

IX

Ich bin gekommen,
damit der Wind mir beibringt
wie ich einen Fluß wiege.

Ich bin gekommen,
damit der Fels mir beibringt,
wie ich auf ihm wachse.

Ich bin gekommen,
damit die Wurzeln mir beibringen,
wie ich das Herz der Erde erreiche.

Ich bin gekommen,
damit die Blume mir beibringt,
wie das Gedicht schöner wird.

Ich bin gekommen,
damit der Vogel mir beibringt,
wie meine Blicke fliegen.

Ich bin gekommen,
damit dieses große Feuer der Liebe
zur Heimat
mich verbrennt.

Ich bin hier
in dieser dichten Liebe
sicher
wie die Wahrheit.

Ich bin hier in dieser Schlucht voller Rauch und Angst
geboren
wie der Tanz der Freiheit.

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